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Künftiger Rettungssanitäter-Nachwuchs überzeugte: Einstellungszusage für 20 Flüchtlinge

Mit einer Erfolgsquote von 87 Prozent punktet das Konzept der „Aktionswoche Rettungssanitäter“ vom Teilprojekt „Mission Zukunft: Beratung über Anpassungs- und Nachqualifizierung in Hamburg“ im IQ Netzwerk Hamburg – NOBI: 20 Flüchtlinge überzeugen im neuen Kompetenzfeststellungsverfahren und haben bereits jetzt eine Jobzusage im Anschluss an eine Ausbildung zum Rettungssanitäter bei Falck sicher.

Im November 2016 fand erstmalig die „Aktionswoche Rettungssanitäter“ statt. Bislang gibt es das erfolgreiche Kompetenzfeststellungsverfahren für die Arbeitsbereiche Metall-Schweißen-Elektro, Pflege & Gesundheit und Lebensmittelhandwerk. Das Konzept: An fünf Tagen probieren sich die Teilnehmenden in den jeweiligen Tätigkeits-bereichen aus, lernen Arbeitsmarktchancen kennen und knüpfen Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern. „Gemeinsam mit dem Arbeitgeber Falck haben wir das Konzept auch für den Beruf des Rettungssanitäters weiterentwickelt“, erklärt Carmen Walzel, Bildungskoordinatorin beim Teilprojekt Mission Zukunft: Beratung über Anpassungs- und Nachqualifizierung in Hamburg“. „Denn diese Branche sucht dringend gut ausgebildete Fachkräfte, die mit dem Unternehmen wachsen möchten.“ Zwar seien die Ausbildungsplätze gerade unter Abiturienten und angehenden Medizin-Studenten heiß begehrt. „Aber viele wollen den Job nur so lange ausüben, bis sie einen Studienplatz bekommen haben. Die Arbeitgeber brauchen aber langfristige Mitarbeiter, auf die sie fest bauen können und die sich in dem Beruf weiterentwickeln möchten.“


Bei den Teilnehmenden  der Aktionswoche hat Falck diese Mitarbeiter gefunden. Sie kommen aus elf unter-schiedlichen Ländern – darunter Eritrea, Afghanistan, Irak oder die Elfenbeinküste. Bei der Auswahl aus den zahl-reichen Bewerbungen setzt das Berater-Team von Mission Zukunft nicht zwangsläufig auf medizinische Vorerfahrung-en, sondern auch auf bislang unentdeckte Kompetenzen. So haben einige in ihrem Land als Rettungssanitäter beim Militär gearbeitet oder waren Medizinstudenten. Aber auch ehemalige Taxifahrer und Logistik-Mitarbeiter sind dabei. Der Jüngste ist 21 und der Älteste 49 Jahre alt. Was alle eint, ist die Begeisterung, hohe Kompetenz und großes Interesse an dem Beruf des Rettungssanitäters. Das stellten die Teilnehmenden fünf Tage lange unter Beweis.


Volles Programm in der Aktionswoche
Als Einstieg absolvierten alle 23 Teilnehmenden ganz unterschiedliche Aufgaben: Knochen und Organe mussten auf Deutsch benannt werden, Matheaufgaben gelöst und Orientierungsvermögen auf dem Hamburger Stadtplan unter Beweis gestellt werden. An den nächsten Tagen ging es dann zu Falck, einem der größten Arbeitgeber im Bereich Krankentransporte und Notfallrettung in Deutschland. Hier wurden Fähigkeiten bei der Herzdruckmassage, stabilen Seitenlage oder der Rettung aus einem Gefahrenbereich trainiert. Aber auch die Teamfähigkeit der Kandidaten wurde getestet. Zudem standen der Besuch einer Rettungswache und eines Rettungswagens auf dem Programm.


20 Teilnehmende haben sich nach der Aktionswoche für eine Qualifizierung bei Falck entschieden. Während einer Hospitation bei Falck lernten sie den Arbeitsalltag besser kennen. 8 Kandidaten verfügten bereits über so gute Deutschkenntnisse (Niveau B2), dass sie im Dezember 2016 die 3,5-Monatige  Ausbildung  zum Rettungssanitäter beginnen konnten. Alle anderen haben die Empfehlung bekommen, bis zum Start der Qualifizierung  Sprachkurse zu absolvieren. Bereits jetzt zeigt sich René Schümann begeistert. Der Recruiting-Verantwortliche der Falck-Unternehmensgruppe spricht allen 20 Kandidaten eine Einstellungsgarantie aus – sofern sie natürlich die Abschlussprüfung bestehen. „Wir sehen in dem Projekt und den Interessenten ein großes Entwicklungspotenzial. Dies bekommen wir durch eine hohe Motivation der Teilnehmenden bestätigt. Die Menschen möchten sich sprachlich und sozial integrieren und suchen eine sinnvolle Tätigkeit, die ihnen eine sichere Zukunft in Deutschland bietet. Gerade angesichts des sehr großen Fachkräfte¬mangels in unserer Branche ist dies für uns und die Beteiligten eine ideale Basis für einen gemeinsamen Weg.“

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