Existenzgründung
Der Anteil der Selbstständigen mit Migrationshintergrund und mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist in Hamburg im Vergleich zur Quote der Erwerbstätigen dieser Personengruppen unterrepräsentiert. Laut Mikrozensus waren im Jahr 2007 insgesamt 119.000 Menschen in der Hansestadt selbstständig tätig. 22.000, also 18,5 Prozent dieser Selbstständigen hatten einen Migrationshintergrund, 11.000 besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit, das sind 9,2 Prozent. Der Anteil von Erwerbsfähigen mit Migrationshintergrund liegt in Hamburg bei 27,6 Prozent, Personen mit ausländischem Pass machen 14,2 Prozent der Erwerbsfähigen aus.
Der Hamburger Senat hat reagiert, um mehr Migrantinnen und Migranten den Weg in die Selbstständigkeit zu ermöglichen. Eines der fünf zentralen Aktionsfelder des Integrationskonzeptes ist die „Förderung der Selbstständigkeit“ – ein Vorhaben, das sich mit den Aktivitäten von NOBI deckt.
Die Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten (ASM) e.V. ist der Experte bei NOBI für die Gründungsunterstützung.
Denn dies ist einer der Tätigkeitsschwerpunkte des NOBI-Teilprojektes Arbeit durch Qualifizierung für Migranten (AQM):
- AQM bietet Gründungsinteressierten mit Migrationshintergrund Informationen, Beratung und Weiterbildungsangebote von der Planungs- bis zur Konsolidierungsphase. Basis dieser Beratung ist das 4+1-Phasen-Modell, das im Netzwerk IQ entwickelt wurde. Für alle Schritte dieses Modells werden Instrumente vorgehalten, wie gründungsbezogene Sprachmodule, Multiplikatorenschulungen zum Gründungsscout, modular aufgebaute Qualifizierungen oder die Erstellung von Businessplänen. In der Existenzgründungsberatung arbeitet das Team des NOBI-Projekts AQM eng mit ihren Kollegen zusammen, die beim Träger ASM das Projekt „Hamburger Business Starter“ (HBS) durchführen.
- AQM und HBS kooperieren ebenfalls bei der Durchführung von Veranstaltungen, die gründungswilligen Migrantinnen und Migranten weitere Zugänge zu Informationen und zu Institutionen für Jungunternehmerinnen und -unternehmer verschaffen. Dazu sind Veranstaltungen mit der Agentur für Arbeit und der Handelskammer Hamburg geplant, bei denen beispielsweise Finanzierungen über Banken, Stiftungen oder Gründerfonds thematisiert werden oder über Veränderungen der Arbeitsmarktpolitik zur Gründungsunterstützung der Arbeitsagentur berichtet wird.
- ASM ist in regelmäßigem Austausch mit der Handelskammer Hamburg über mögliche Aktivitäten für Existenzgründende mit Zuwanderungshintergrund. Außerdem wird das NOBI-Projekt den Dialog mit Hamburger Gründungsnetzwerken suchen, um sie für Bedarfe der Zugewanderten und eine zielgruppengerechte Ansprache zu sensibilisieren. Für seine Partner bei der Gründungsunterstützung bietet ASM migrationssensible Fortbildungen an.

